PBS - Holding ag

„Eine marktführende Rolle in unserem Umfeld“

Die Unternehmen der PBS Holding generieren schon mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze über digitale Kanäle. Vorstandssprecher Dr. Richard Scharmann und Anja Hochmeier, Konzernleitung E-Business, informieren über Erfolge und die speziellen Herausforderungen im digitalen Handel.

Herr Scharmann, die PBS Holding investiert seit Jahren systematisch in den Bereich E-Commerce – und hat mit einer eigenen E-Business-Unit entsprechendes Know-how im eigenen Haus aufgebaut. Was ist der Hintergrund?

Scharmann: E-Commerce ist ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmensausrichtung als vollumfänglicher Servicepartner des Handels. Unsere Vorreiterrolle im Bereich der Kunden-ERP-Systeme mit CIPS gleicht in ihrer Entwicklung unserem Engagement im Online-Bereich. E-Commerce steht für mehr als 80 Prozent unserer Umsatzanteile und nun steigern wir Jahr für Jahr den Anteil der Endkundenbestellungen, die wir aus unseren Online-Shops erhalten und die wir für unsere Fachhandelspartner managen.

Hochmeier: Ursprünglich war der Bereich E-Business bei der PBS Holding quasi eine zweite IT-Abteilung aus Technikern, die sich um die Webshops kümmerten. Dann erweiterte sich der Fokus um die Bereiche Vertrieb und Marketing. Vor drei Jahren wurde dann die Technik komplett aus dem Holding-Bereich E-Business herausgelöst und als Abteilung unserem IT-Geschäftsführer zugeordnet. Es arbeiten derzeit acht Techniker für den Bereich E-Business, hinzu kommen noch drei Personen unseres externen Dienstleisters.

Wo stehen Sie im Vergleich mit Ihren Mitbewerbern?

Scharmann: Die Dynamik ist enorm und manchmal sogar etwas beängstigend – dies sowohl aus inhaltlicher wie auch finanzieller Sicht. Im Vergleich zu unseren unmittelbaren Wettbewerbern sehe ich uns sehr gut aufgestellt und bin überzeugt, dass wir hier in unserem Angebot eine führende Rolle in unserem Segment einnehmen. Im Vergleich zu den Marktführern im Online-Handel versuchen wir so viel wie möglich zu lernen und Kompetenzlücken zu schließen, was in steigenden Mitarbeiterzahlen wie auch Budgets seinen Ausdruck findet. Allein in den zurückliegenden drei Jahren haben wir die Budgets für die E-Business-Themen mehr als verdoppelt, wobei auch vor drei Jahren namhafte Budgets dafür verwendet wurden.

Frau Hochmeier, größtes E-Commerce-Projekt in Deutschland war die Umsetzung des zentralen Shops für die Büroprofi-Mitglieder. Da gibt es mittlerweile Erfahrungswerte: Wie sind die Resultate?

Hochmeier: Die Fachhändler in Deutschland waren in der Vergangenheit über einen dezentralen Shop organisiert, das heißt, es war nicht möglich, zentral Marketingdienstleistungen für die Fachhändler zur Verfügung zu stellen. Hier haben wir 2018 und 2019 alle Büroprofi-Händler auf den neuen, zentralen Shop umgestellt und Zahlen wie die Zugriffe auf den Marketing-Newsletter und die Online-Umsätze der Partner geben uns recht, dass dies die richtige Entscheidung war. So liegt bei Büroprofi Deutschland der durchschnittliche Bestellwert mit 175 Euro deutlich über den Vergleichswerten aller anderer Fachhändler in der PBS Holding. Für Büroprofi in Österreich steht der „Go Live“ nach einigem Verschieben zugunsten anderer Projekte übrigens unmittelbar bevor.

Welche wichtigen E-Business-Projekte hat die PBS Holding umgesetzt?

Hochmeier: Über den zentralen Shop für Büroprofi Deutschland hinaus waren der Launch des Großhandels-Webshops sowie des Endkunden-Shops in Italien Schwerpunkte im vergangenen Jahr. Außerdem umgesetzt wurden ein Großhandels-Webshop für B2C-Händler. 2020 folgt noch ein Großhandels-Webshop für B2B-Händler.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung im Bereich E-Commerce für die PBS Holding?

Scharmann: Eine große Herausforderung ist es, ausreichend Talente zu finden, die bereit sind, in unserer Branche zu arbeiten. Wir können über die letzten Jahre hinweg die Planstellen nicht wie gewünscht besetzen, da es einfach sehr schwierig ist, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Wir würden gerne noch schneller diesen Bereich ausbauen.

Hochmeier: Eine Herausforderung ist der „Change“, den wir in unserer Gesellschaft auf vielen Ebenen erleben: Das heißt, auch die Anforderungen und Erwartungen an die E-Business-Teams haben sich deutlich gewandelt. So ist heute viel weniger das „nerdige“ Arbeiten im stillen Kämmerlein gefragt sondern der regelmäßige Austausch mit fast allen Unternehmensbereichen sowie mit externen Partnern. Außerdem ist viel mehr Offenheit und Flexibilität der Mitarbeiter nötig: Vor zehn Jahren war es vielleicht noch möglich, Spezialist etwa für den Bereich SEO zu sein. Heute ist es erforderlich, sich mehrere Themen zu erschließen, und den eigenen Fokus ständig zu erweitern. Die Anforderungen ändern sich aber auch in anderer Richtung. So ist oftmals am Beginn eines Projekts oder einer technischen Entwicklung noch nicht zu 100 Prozent klar, wie das umgesetzt wird. Hier braucht es Vertrauen und die Sicherheit, dass es am Ende passt und gleichzeitig aber auch die Offenheit, während des Weges auch mal abbiegen zu können und sich nicht sklavisch an Pflichtenhefte zu klammern, die man zu Beginn definiert hat und wovon man dann nicht mehr abweichen will. Nicht zuletzt ein Spezifikum unserer schnelllebigen E-Commerce-Welt: Laufend werden neue Hypes geboren, verglühen aber auch oft wieder genauso schnell. Hier heißt es, zum einen nicht den Anschluss zu verlieren, gleichzeitig aber auch nicht am Kunden vorbei zu agieren. Und natürlich beschäftigen uns zusätzliche rechtliche Hürden permanent – die einfach keinen Spaß machen und uns vom Umsatz machen abhalten.

 

Auf Expansionskurs in Europa

Die PBS Holding baut ihr Geschäft durch Übernahmen und Neugründungen aus: Im September hat die PBS Holding vom Wettbewerber Office Depot die Geschäftsaktivitäten in Tschechien und der Slowakei übernommen, im Juli war die PBS Holding mit der Neugründung Desktoo in den italienischen Großhandelsmarkt eingestiegen. Durch die Übernahmen/Neugründung soll der Umsatz im kommenden Jahr auf mehr als 400 Millionen Euro steigen – das entspricht einem Plus von über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die PBS Holding ist nunmehr in acht Ländern Europas mit ihren Tochtergesellschaften in den Bereichen PBS-Großhandel, B2B-Handel und B2C-Handel tätig. In Deutschland ist die PBS Deutschland (vormals Alka) im Großhandel aktiv. Über knapp vierzig Büroprofi-Partner werden kleine und mittelgroße B2B-Endkunden betreut.

 

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